Grundwasserreinigungsanlage im Schlosspark: Informationsveranstaltung

Am Donnerstag, 9. Juli 2015, fand im Roland-Weber-Saal von Schloss Benrath auf gemeinsame Initiative von Stiftung Schloss und Park Benrath und der Vereinigung Freunde Schloss und Park Benrath e.V. eine Informationsveranstaltung zu der Planung der Grundwasserreinigungsanlage im Schlosspark - Nähe Urdenbacher Allee - statt.

Die Beigeordnete Frau Helga Stulgies in Begleitung von Herrn Ingo Valentin vom Umweltamt und zwei Mitarbeiterinnen erläuterte die Notwendigkeit, Planung und Perspektive der Anlage.
Ausgehend vom Industriegebiet Hilden-West zieht sich eine große Fahne einer Grundwasserverunreinigung mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) zum Rhein hin. Ihre Spitze hat mittlerweile die Ostgrenze des Benrather Schlossparks erreicht, deshalb soll hier nun eine Grundwasserreinigungsanlage aufgestellt werden.

Diese ist zwar ein ziemlicher Klotz von etwa 13 x 13 m Grundfläche und 6,3 m Höhe, soll aber auf dem bisherigen, schon lange abgesperrten Lagerplatz des Gartenbauamtes südlich der altenTurnhalle des ehemaligen Schlossgymnasiums, der ringsum von hohen Bäumen umgeben ist, für den Spaziergänger im Park weitgehend unauffällig bleiben. Die akustischen Immissionen sollen mit tagsüber max. 45 dB (A) und nachts 35 dB (A) am Parkrand den Grenzwert für Wohngebiete nicht überschreiten.

 

Herr Valentin erläuterte die Funktionsweise:  90 cbm verunreinigtes Grundwasser sollten pro Stunde aus einer Tiefe bis 20 m hochgepumpt, durch Vorfilter zur Enteisenung, sodann durch Aktivkohlefilter für den eigentlichen Reinigungsprozess (d.h. die Adsorption der CKW-Verunreinigungen) geschickt und anschließend das saubere Wasser in den Itterbach geleitet werden. Die Erwartung sei, dass die Verunreinigungen praktisch vollständig dem Wasser entzogen und im Aktivkohlefilter fixiert werden könnten. Dieses solle in etwa jährlichen Intervallen zu speziellen Firmen gebracht werden, wo durch Erhitzen die leichtflüchtigen CKW-Substanzen aus dem Filter freigesetzt und anschließend verbrannt würden und auf diese Weise das Aktivkohlefilter wieder regeneriert werden könne. Dieses Verfahren vermeide praktisch vollständig jeglichen Eintrag der flüchtigen Verunreinigungen in die Umgebung.

Da vor ca. 5 Jahren der Eintrag der Verunreinigungen im Hildener Industriegebiet gestoppt wurde und der rückwärtige Teil der Verunreinigungsfahne bereits in Nähe der Stadtgrenze zu Hilden (Kreis Mettmann) durch drei Pumpstationen abgefangen werde, erwarte man seitens der Planer, dass der verbleibende vordere Teil der Verunreinigungsfahne am Benrather Schlosspark in etwa 10 Jahren soweit entfernt sein werde, dass die Anlage wieder abgebaut werden könne.

Während und nach der Präsentation von Frau Stulgies und den Erläuterungen Herrn Valentins konnten die nicht sehr zahlreichen Teilnehmer mit den Referenten ausgiebig diskutieren, so auch die Aspekte der Finanzierung und Heranziehung der Verursacher. Auf eine Frage nach der Alternative einer pflanzlich-biologischen Reinigung wurde dieses vielfach angewandte Verfahren eingehend erläutert, wodurch klar wurde, dass dies im vorliegenden Fall keinen Vorteil brächte, weil bei den erforderlichen Durchflussmengen von mehr als 2000 Kubikmeter pro Tag im Schlosspark und seiner Umgebung für die  erforderlichen biologischen Reaktionsbecken kaum Platz geschaffen werden könnte. Überdies weise auch das geplante Verfahren keinerlei chemischen Umwelteintrag auf. Zu einer Anregung, das gereinigte Wasser teilweise dem Schlangenbach im Park zuzuleiten, was dessen  Verlandung durch den beständigen Laubanfall vermindern und anschließend auch dem Angerbach in Urdenbach zugute kommen könnte, wurde empfohlen, dies mit der Fachkompetenz im Gartenbauamt und Denkmalschutz zu diskutieren.

Insgesamt wurde die Veranstaltung als sehr informativ und offen empfunden - dies wurde abschließend unter Zustimmung der Anwesenden von Frau Klahold, der Vorsitzenden des Freundeskreises, und Herrn Maas, dem kaufmännischen Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath, mit Dank an die Referenten hervorgehoben.

Die Anlage soll im Herbst aufgebaut werden. Dann bleibt der Stadt nur aller Erfolg zu wünschen, dass die durch vielfältige Sondierungsbohrungen erkundete und umfassend modellierte Grundwasserbelastung in einem zwar langen aber doch noch überschaubaren Zeitraum wie erhofft vollständig beseitigt werden kann.

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