Marcus Schwier.Photography in Benrath - Photo Weekend 2017 in Düsseldorf

Wieder hat die Stiftung Schloss und Park Benrath eine vorzügliche Fotoausstellung arrangiert. Vor einem Jahr präsentierte Simone Nieweg ihre Waldfotografien, jetzt ist Marcus Schwier, Photography zu sehen. Zu Benrath hat Schwier eine besondere Beziehung durch seine Fotografien in dem kürzlich erschienenen großen Bildband der Stiftung "Schloss und Park Benrath"; aber auch durch eine schon länger bestehende Zusammenarbeit mit der Stiftung.

 

Zur Vernissage führte Prof. Schweizer in das fotografische Werk ein und das 'Amsterdams Gitaar&Mandoline Duo' servierte drei musikalische Intermezzi bestehend aus kleinen alten und neuen Kostbarkeiten in eigener Bearbeitung. Damit verdienten sie sich großen Applaus der reichlich erschienenen Freunde von Schloss und Park Benrath.

 

Der anschließende Rundgang durch die Ausstellung beeindruckte durch die Unterschiedlichkeit der Motivserien, darunter Aufnahmen von Gewächshäusern und eine "grüne" Serie, in der Schwier auf den Rheinwiesen sich sonnende, entspannende und picknickende Menschen zeigt. Die durch ihre ausgebreiteten Decken geschaffene temporäre Häuslichkeit, darauf machte Prof. Schweizer in seiner Einführung amüsant aufmerksam, scheint manches auszusagen über die Vorlieben und Gewohnheiten in den eigenen vier Wänden. Aufgenommen wurden diese Fotos mit Hilfe von 6 - 9 m hohen Stativen. Aber Schwier zeigt auch Fotos von Interieurs und abendlich-nächtlichen Straßenzügen in den USA - seine Werke sind keine Collagen oder Überarbeitungen, vielmehr sind die Sujets der vielfach analogen Aufnahmen sorgfältig danach ausgesucht, in Geometrie und Lichtgestaltung eine Komposition zu ermöglichen, die das Auge des Betrachters in besonderem Maß fesselt. Man kann wohl diese Fähigkeit mit seiner beruflichen Vergangenheit als Architekt in Verbindung bringen.

 

Die Benrather Vernissage war Teil des Düsseldorfer Photo-Weekends. So lohnte sich an diesem Wochenende auch ein Rundgang durch Düsseldorf: Öffentliche Einrichtungen und Galerien zeigten die Werke zum Teil recht bekannter Fotografen - und der Andrang der Flaneure war groß. Vor dem NRW-Forum bildeten sich sogar lange Warteschlangen von Besuchern. -  Für den Verfasser waren Höhepunkte  zwei Ausstellungen von Galerien in der Nähe der Kunstakademie: Claudia Rogge in einigen Werken atemberaubend wuchtig, in anderen allerdings von überreichlich barocker Üppigkeit. Isabella Til mit vielfältigen  und interessanten malerischen und fotografischen Arbeiten; besonders fiel eine Serie monochromer abstrakt-räumlicher Arbeiten ins Auge, in denen die Künstlerin durch die Komposition des fotografischen Materials und zusätzliche Aquarellierung Licht- und Schattenzüge mit faszinierender Räumlichkeit erzeugt.

 

Viele Ausstellungen laufen noch länger; so ist Marcus Schwier.Photography in Schloss Benrath bis zum 26. März zu sehen.  Wen trotz der fotografischen Vielfalt in den Düsseldorfer Museen und Galerien das Verlangen nach mehr oder anderer Kunst überkommt, nun, der muss sich seine eigenen Motive suchen und gestalten. Das hat der Verfasser am 5. Februar mit einem kleinen Spaziergang (und längerer Abendbeschäftigung) unternommen - als einen kleinen Nachtrag zum Photo-Weekend ...

 

Photo-Weekend: Ursulinengäßchen (Foto: H. Bruhns)

 

Photo-Weekend: 'Baukunst' - Ausgangsmaterial Nähe Ritterstr. (Foto: H. Bruhns)

 

Photo-Weekend: 'Baukunst' - als kleine geometrische Übung (Foto: H. Bruhns)

 

Photo-Weekend: Vergängliche Kunst vor dem K20 (Foto: H. Bruhns)

 

Photo-Weekend: 'Baukunst' plus Ursulinengäßchen (Foto: H. Bruhns)

 

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