Unwetter zerstört Trauerweide im Schlossweiher

Viele Stürme haben Schloss und Park Benrath in ihrer Geschichte erlebt, manch einer hat alte Baumriesen im Park zum Wanken und Stürzen gebracht. Mit dem gewaltigen Unwetter am Abend des Pfingstmontags, das Düsseldorf und das Ruhrgebiet schwer traf, reiht sich nun 2014 in die Jahre ein, in denen auch erhebliche Verwüstungen im Park entstanden. Wege sind von umgestürzten Stämmen und abgerissenen Ästen oder ganzen Kronen versperrt, abgesplitterte Stämme ragen in den Himmel, manches beim Stürzen der Stämme hängen gebliebene Geäst droht noch wie ein Damoklesschwert auf Wege und Wanderer herabzufallen.

 

Auch ein wahre Landmarke wurde zerstört: die Trauerweide auf dem Inselchen im Schlossweiher, die seit rund einem Jahrhundert allen Wetterunbilden getrotzt hat, wenn sie auch zuweilen arg zerzaust war und viel Grün verlor, konnte dieses Mal nicht widerstehen: ihr wohl schon altersmüder Stamm brach und die Krone liegt nun ostwärts gerichtet im Wasser wie eine buschig grüne Vergrößerung des Eilands.

Der Baum wie die ganze Insel gehören nicht zum ursprünglichen landschaftsarchitektonischen Konzept der Schlossanlage. Dennoch haben die Benrather dieses ästhetische "Schönheitstüpferchen" im makellosen Glatt des Sees zu schätzen gelernt. Auch Vergnügliches verbindet sich mit ihm: Am Anfang des vorigen Jahrhunderts, wenn der Weiher im Winter zugefroren war, richtete sich zuweilen dort unter den kahlen Zweigen der Weide eine kleine Musikkapelle ein und die Schlittschuhläufer drehten zu ihren Klängen auf dem Eis ihre Kurven.

Was wird nun geschehen, ist das Ende des Baums gekommen? Weiden sind oftmals wahre Lebenskünstler: vielleicht wird frisches Grün aus dem alten Stamm sprießen und nach einiger Zeit wieder Weidenlaub den Enten Schutz und Schatten spenden - wenn auch nicht einer Musikkapelle, denn keine Schlittschuhläufer könnte ihren Rhythmen folgen - die Zeiten eines fest zugefrorenen Weihers scheinen vorbei zu sein.  Ob das Gartenbauamt helfend eingreifen wird? Das hat vorerst  allerdings außerhalb des Schlossgeländes und sodann auch im Park Wichtigeres zu tun: dort Straßen und Leitungen beeinträchtigende Schäden zu beheben, hier den weitgehend unbegehbaren Jagdpark zu sichern und die Wege freizuräumen.

Viele werden sich noch an frühere Stürme erinnern, insbesondere an den Orkan Wiebke, der vor knapp einem Vierteljahrhundert von den Alpen bis zur Nordsee wütete und Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe verursachte - jetzt werden die Schäden vorläufig um die einhundert Millionen geschätzt; also auch erheblich weniger, wenn man diesen Schaden auf die (wesentlich kleinere) betroffene Fläche bezieht.  Das ist aber, bei sechs Todesopfern in Nordrhein-Westfalen, kein wahrer Trost.

Hoffen wir, dass der jetzige Sturm "Ela" dadurch in Erinnerung bleibt, dass er für recht lange Zeit der letzte gewesen sein wird, der Opfer forderte und der den Schlosspark verwüstete.

 

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