Schloss und Park Benrath - ein einzigartiges Kulturerbe!

Schloss und Park Benrath bilden ein Ensemble von besonderer Schönheit und kulturhistorischer Bedeutung. Unter den Schlössern aus der gleichen Epoche hat Benrath eine Sonderstellung als die einzige "maison de plaisance", die, in einem Wurf konzipiert und ausgeführt, nahezu unverändert die Zeiten überdauerte. Kurfürst Carl Theodor von  der Pfalz (geboren 1724 bei Brüssel, gestorben 1799 in München) ließ sein Benrather Lustschloss von Nicolas de Pigage (geboren 1723 in Lunéville, gestorben 1796 in Schwetzingen) erbauen und dazu Gärten und einen Jagdpark auf einem Areal von 63 Hektar anlegen, das an die Rheinauen angrenzte.

Die Arbeiten begannen 1756 und dauerten in der Hauptsache bis1763, allerdings wurde das Bauprojekt erst 1773 vollständig abgeschlossen. Die großen Weiher mit den die ganze Anlage umschließenden Wassergräben speist ein Kanalsystem aus der Itter, die zu diesem Zweck umgeleitet wurde und seither an der Südseite des Parks zum Rhein hin fließt. Das architektonische Ensemble der Schlossbauten besetzt die Südseite des Schlossweihers und besteht aus einem Zentralbau ("corps de logis"), Seitenflügeln und Torhäusern. Stilistisch zeigt Schloss Benrath in besonders harmonischer Weise die Transition vom Rokoko zum Klassizismus.

Die große Entfernung der Mannheimer Residenz und der Umzug des Kurfürsten als neuer bayerischer Herrscher nach München kurz nach der Fertigstellung von Schloss Benrath führten dazu, dass der Hof das neue Schloss kaum nutzte. Tatsächlich hat der Kurfürst nur eine Nacht in Benrath verbracht.

Nach wechselvoller Geschichte wurden im Jahr 2000 Schloss und Park Benrath mit einem attraktiven Konzept musealer Nutzung in eine Stiftung überführt, deren Ziel ist, das Ensemble als Gesamtkunstwerk zu erhalten, in denkmalgerechter Weise zu nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Seit 2002 beherbergt der Ostflügel ein einzigartiges Museum für Europäische Gartenkunst, in dem das Zusammenspiel und Wechselwirkung architektonischer und gartenkünstlerischer Vorstellungen in Europa über die Epochen hinweg nachgezeichnet und mit dem Benrather Ensemble in Beziehung gesetzt wird. Im Westflügel findet sich das Naturkundemuseum, das mit seinen umfassenden Sammlungen auf eine lange Geschichte zurückblicken kann und dem Besucher Flora und Fauna des Benrather Parks und der Rheinauen mit ihren vielfältigen Zusammenhängen erläutert. Der Zentralbau, das corps de logis, ist in sich selbst ein historisches Museumsobjekt und wird zudem für Wechselausstellungen und musikalische Veranstaltungen genutzt, darunter auch die seit langem berühmten Wandelkonzerte, die bereits über 20.000 Besucher verzeichnen können. Von den Schlossbauten geht der Blick in die von Frühling bis Herbst blütengeschmückten Gärten und Anlagen des Schlossparks, der sich mit variationenreichen Blickachsen bis hin zum Rhein erstreckt.

 

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