Geschrieben von Rüdiger Liersch, 23. Februar 2026
Beitragsbild – Foto: Thomas Riehle
Die Düsseldorfer Tonhalle wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Ein guter Grund für unseren Freundeskreis zu einer Führung durch dieses wunderschöne Gebäude einzuladen. Das Interesse war so groß, dass schließlich zwei Führungen vereinbart wurden. Pünktlich um 17.15 Uhr begrüßten uns im Eingangsbereich der Tonhalle Frau Sabine Echterhoff und Herr Stefan Wego. Zu Beginn der Führung nahmen wir in der Rotunde Platz und wurden eingehend über die wechselvolle Geschichte des Bauwerks informiert.
Das Gebäude entstand nach den Plänen des Architekten Wilhelm Kreis anlässlich der großen Düsseldorfer Ausstellung GeSoLei und bildete das südliche Ende des Gebäudekomplexes, das jetzt Ehrenhof genannt wird. Es wurde als Planetarium gebaut, aber im Laufe der Jahre als Mehrzweckhalle genutzt und schließlich „Rheinhalle“ genannt. Im 2. Weltkrieg wurde sie erheblich zerstört, jedoch gelang nach dem Krieg, im Gegensatz zur alten Tonhalle in der Schadowstraße, eine weitgehende Wiederherstellung. Auch jetzt war die „Rheinhalle“ wieder Ort verschiedenster Veranstaltungen wie Konzerte, Kongresse und auch Tanzabende. Die Sehnsucht nach einem adäquaten Ort für große Konzertabende führte schließlich dazu, dass die „Rheinhalle“ in den Jahren 1976 -78 nach den Plänen des Architekturbüros HPP zu einer „Tonhalle“ umgebaut wurde, die alle von ihrer Architektur begeisterte. Es gab aber leider einen Schwachpunkt: hervorgerufen durch den Kuppelcharakter des Musiksaals kam es an einigen Stellen des Saals durch Tonreflexionen zu einem störenden Geräusch, das als „Klopfgeist“ der Tonhalle in kritische Berichte einging. Diesem „Klopfgeist“ rückte man schließlich 2005 durch einen umfassenden Umbau der Innenfläche der Kuppel zu Leibe. Durch die Entfernung der Holzverkleidung, Einsatz eines schalldurchlässigen Metallgewebes und Einbau dahinter liegender Schallumlenkkörper aus Gips wurde eine hervorragende Akustik erreicht. Gleichzeitig gelang es durch geschickten Einbau von Leuchten in die Kuppel, den Eindruck eines Nachthimmels zu erzeugen.
Nach dieser eindrücklichen Darstellung der Geschichte der Tonhalle machten wir uns auf den Weg aus der Rotunde auf die westliche Seite des Gebäudes, wo der „Trautvetter-Brückner Saal“ liegt, ein Saal mit Wandteppichen von Gabriele Grosse, der als Kammermusik-Saal Platz für 200 Personen bietet.
Der Rundgang ging weiter auf die Bühne des großen Saals, von der der Blick in den Sternenhimmel der Kuppel faszinierend war. Der Saal wird jetzt „Mendelssohn-Saal“ genannt und hat Platz für knapp 2000 Personen. Wir konnten auch den „backstage-Bereich“ betreten, der Platz für die Instrumente der Künstler und für die Steuerung von Licht und möglicher Tonaufnahmen.
Der Rundgang endete im „Grünen Gewölbe“, das früher das Foyer der Rheinhalle war und das in seiner Form über die Jahre nicht verändert wurde. Es wird jetzt genutzt zur Bewirtung der Tonhallenbesucher und für spezielle Feierlichkeiten.
Auf dem Rundgang wurden wir immer wieder aufmerksam gemacht auf verschiedene Kunstwerke in der Tonhalle: zu Beginn auf die Stalaktiten in der Decke der Rotunde von Günther Uecker, weiter auf die 21 Hohlspiegel an der Decke des „Mendelssohn Saals“ von Adolf Luther, auf die großen Wandbilder, die sogenannten Zwickelbilder, im äußeren Umgang des Foyers von Malern des „Jungen Rheinlands“ und schließlich auf die Glaskunstwerke in den Vitrinen des Grünen Gewölbes. Als nach einer guten Stunde in der Tonhalle bereits die Vorbereitungen für das abendliche Konzert begannen, verabschiedeten wir uns mit Beifall und großem Dank von unseren sachkundigen Führern.
Wie verabredet trafen wir uns im Anschluss an die Führung im Füchschen zu einem Gedankenaustausch über das Erfahrene, wobei die Aufnahme von Speise und Trank sicher hilfreich war.



