Geschrieben von Manfred Brammen, 17. Januar 2026
Foto: © Sabrina Rothe – Museum Kunstpalast
Freundinnen und Freunde unserer Vereinigung „Freunde Schloss und Park Benrath“ besuchten am 15.01.2026 die Ausstellung Künstlerinnen im Kunstpalast und waren beeindruckt von der Vielzahl und Qualität der gezeigten Werke. Die Ausstellung hatte sich zum Ziel gesetzt, aufzuzeigen, mit welchen Schwierigkeiten Frauen im 19. Jahrhundert zu kämpfen hatten, wenn sie ihre Talente in der Malerei entwickeln und als Beruf professionell ausüben wollten. Es ging nicht um eine Hobbymalerei sondern um Kunst. Wenn man die Kunstgeschichtsschreibung über die Zeit von 1819 bis 2019 verfolgt, entsteht der Eindruck, dass nur Männer als Kunstmaler tätig und Mitglieder von Künstlervereinigungen waren. Auch auf Bildern von Auktionen sind keine Frauen dargestellt.
Die Untersuchungen zur Vorbereitung der besuchten Ausstellung ergaben eine andere Realität . Allein in Düsseldorf konnten etwa 500 Künstlerinnen festgestellt werden, die zwischen 1819 und 1919 hier tätig waren. Viele fanden keine Anerkennung, ihre Werke gerieten in Vergessenheit und sie mussten ihren Beruf aufgeben.
Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und stellt anhand der Einzelschicksale von 31 Künstlerinnen die Schwierigkeiten dar, mit denen Frauen zu kämpfen hatten. Um professionell ausgebildet zu werden, benötigte man Privatunterricht, da die Akademien keine oder nur sehr beschränkt Frauen aufnahmen. Voraussetzung, um künstlerisch tätig zu werden, war deshalb eine gut situierte Familie oder ein entsprechender Ehepartner.
Es war beeindruckend, wie Frauen auch ohne diese Voraussetzung sich mit aller Energie durchkämpften, um ihre Ziele zu erreichen. Manche von ihnen verzichteten auf eine Ehe, um sich ganz ihrer künstlerischen Profession widmen zu können.
Förderlich war auch ein Ehemann oder Vater, die als Künstler tätig waren. Als Beispiel wurde uns vorgestellt Elisabeth Jerichau-Baumann (1819 bis 1881), deren Mann Bildhauer war und die ausgesprochen geschäftstüchtig ihre Bilder mit publikumswirksamen Themen in Europa verkaufte. Emilie Preyer, die Tochter eines Stilllebenmalers, 1849 in Düsseldorf geboren, malte als professionelle Künstlerin auch Stillleben und war sehr erfolgreich. Ihre Stillleben sind heute noch begehrt und erzielen hohe Preise.
Interessant war die Frage, ob man weibliche von männlicher Malerei unterscheiden kann. Dies beantwortete unsere Führerin eindeutig mit nein. Die Themen orientierten sich gleichermaßen an dem, was auf dem Markt gefragt war. Aktmalerei findet man bei Frauen allerdings nicht, weil im 19. Jh. dies Frauen nicht gelehrt wurde.
Es war ein interessanter Ausstellungsbesuch, der uns die Problematik weiblicher Künstlerinnen deutlich machte, die von den Männern vielleicht aus Konkurrenzgründen unterbewertet wurden, ein Thema, das auch in der Musik Bedeutung hat.



