Bericht zur Vernissage des Künstlers Helmut Schweizer „Nature[continues]“

Sonderführung für Freunde von Schloss und Park Benrath am Freitag, 8. Mai 2026 um 18 Uhr, Eingang Ostflügel von Schloss Benrath. Eintritt frei, max. 25 Personen. Anmeldung über schriftfuehrer@freunde-schloss-benrath.de

„Die Bilder der Kunst leben am Rande des Sichtbaren, hinter dem sie einen Abgrund des Unsichtbaren und Undarstellbaren hüten“. (Hans Belting)

Helmut Schweizer: Nature[continues]

Geschrieben von Hardo Bruhns, 21. April 2026
Beitragsbild: Foto: Hardo Bruhns, © Helmut Schweizer, mit frdl. Genehmigung des Künstlers

Seit seiner Jugend treibt den heute 80-jährigen Helmut Schweizer um, Natur und Naturwissenschaft künstlerisch zu visualisieren und erfahrbar zu machen. Entstehen und Vergehen, dieser universelle Prozess der Natur und jedes Lebensprinzips auf dieser Erde, fasziniert ihn schon als Schüler, angeregt durch hervorragende Lehrer, die in ihm den Antrieb zu lebenslangem Bemühen wecken, als bildender Künstler eine Vorstellung von diesen ewigen Kräften der Natur zu vermitteln. Geboren 1946, im Jahr nach den Bomben von Hiroshima und Nagasaki, durch die die Menschheit schlagartig in eine Ära zuvor ungekannter Vernichtung gestoßen wurde, erkennt er als Vierzehnjähriger die Tragweite dieses Umbruchs durch die Lektüre von Robert Jungks Buch „Heller als Tausend Sonnen“. Der Faszination wissenschaftlicher Erkenntnis folgt Entsetzen, das ihn bleibend bis ins hohe Alter bewegt, künstlerische Installationen zu konzipieren, die in all ihrer Schönheit gleichwohl Menetekel der Gefahren technologischer Entwicklungen sind: Helmut Schweizer gesellt dem feuergestaltenden Prometheus die Pandora zu – so sehr ihre göttliche Eleganz zunächst blendet, so rasch quellen unfassbare Grauen und Schrecken hervor und drohen, das prometheische Wirken zum Wohle der Menschheit in grässliches Verderben zu verkehren.

Am 22. April 2026 wurde in Schloss Benrath eine Ausstellung zu Helmut Schweizer unter dem Titel „nature[continues]“ eröffnet. Hauptaspekte dieser Präsentation, die in Umfang und Auswahl die Bedeutung einer Retrospektive auf wichtige Teile seines Lebenswerks beanspruchen darf, sind einerseits Installationen zu technologischen Entwicklungen – insbesondere unkontrollierte oder außer Kontrolle geratende nukleare Energie betreffend – andererseits aber frühe Arbeiten zu einem Herbarium ganz besonderer Art, dem man im Parcours der Ausstellungsräume im Ostflügel als Erstes begegnet.

Helmut Schweizers Herbarium der Vergänglichkeit

Die Verfügbarkeit von Polyäthylenfolie und eines Folienschweißgeräts motivierten den jungen Künstler, dessen Interesse an Botanik ihn schon früh zum Zeichnen und Aquarellieren von Blumen und Gräsern geführt hatte, botanische Objekte statt wie üblich zwischen Löschpapier zu trocknen, zwischen zwei Plastikfolien zu pressen und luftdicht einzuschweißen. Weiterlesen

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